(5.6.2015) Ich bin mir nicht sicher, ob man als Betroffener noch wirklich bewusst mit der Situation umgehen kann. Die Überforderung und Verwirrtheit kann man ja nicht einfach abstellen, selbst wenn man sich der Reizüberflutung zu entziehen versucht. Ich denke, man braucht Menschen, die Bescheid wissen, Verständnis haben und einem helfen mit dem Leben weiter halbwegs zurecht zu kommen.
(5.6.2015) Wie würde ich damit umgeben? Im ersten Moment wäre es wohl en großer Schreck für mich, festzustellen, dass ich mich auf mein Gedächtnis nicht mehr so verlassen kann wie ich es gewohnt war. Ich wäre verzweifelt, verunsichert und würde mit dem Gedanken hadern, das ich “alt bin” und auf Hilfe angewiesen. Ich habe so meine Schwierigkeiten damit, Hilfe frohen Herzens anzunehmen. Gern schaffe ich alles selbst. Wäre eine unangenehme Situation für mich, mit der ich erst umgehen lernen müsste. Wahrscheinlich würde ich mich am ehesten an vertrauteste Personen wenden, um Unterstützung und Feedback. Sonst würde ich mich wohl sehr zurückziehen und mein Leben so gut es geht vereinfachen. Ich bin mir sicher, dass ich mich nicht annähernd in die Situation hineinversetzen kann… so gar nicht mehr unter Kontrolle zu haben, unvorstellbar. Vielleicht ist Demenz aber auch eine gute Chance, so nicht im Jetzt zu leben und das Gute, das einem widerfährt, wirklich zu schätzen und nicht so selbstverständlich zu sehen.